mir! Ich habe an dieser Stelle schon länger nichts mehr geschrieben und wurde nun schon mehrmals darauf angesprochen. Dass ich hier nicht mehr so viel veröffentliche, liegt einmal an vielen Anfragen und Nachrichten, aber auch an zwei eBook-only Veröffentlichungen, die demnächst anstehen. Dabei wird es auch um den gesamten Handel gehen.

Hier ein Beispiel: die eMail eines ehemaligen Netto-Verkaufsleiters.

„Nun ist es soweit, der Tag des Abschieds ist gekommen“, leitet er seine am 31.01.2013 um 18:05 Uhr abgesendete Frust-Ablass-Nachricht ein, von der neben etlichen Führungskräften auch Netto-Boss Franz Pröls eine Kopie erhielt. Sie ist mit „Abschied“ überschrieben, könnte sich aber auch „Abrechnung“ nennen. Er habe gerne und erfolgreich mehr als drei Jahre lang für Netto gearbeitet, führt der Absender aus, wohingegen „Kolleginnen und Kollegen aufgrund ihrer negativen Resultate an die Wand gestellt“ worden seien. An seinem letzten Arbeitstag beklagte er mangelnde Wertschätzung, nicht aber „im Branchenvergleich unterirdische Entlohnung“. Offenbar ärgert sich der Absender, dass ihm der Aufstieg verwehrt blieb. „Die oft gepriesene ‚Unterstützung‘, die anscheinend mit einer schizophrenen Besuchsintensität zum Ausdruck gebracht werden soll, verfehlt hier leider somit ihre Intention“, wettert er denn. „Hier kündigen binnen weniger Wochen 4 Verkaufsleiter (…) und niemand stellt unbequeme Fragen?! Wie weit reicht denn die (bayerische) Selbstverherrlichung noch?“ Beim Filialpersonal machten sich aufgrund der hohen Fluktuation „flächendeckend Demotivation und Enttäuschung“ breit.

So geht die mit einigen Ausrufungszeichen und großen Worten gespickte Mail noch weiter, bevor sich der Absender für die „tolle Zusammenarbeit, trotz der großen Unzufriedenheit, die uns umgeben hat“, bedankt und „Alles Gute!“ wünscht.


Daneben erreichen mich natürlich ständig Aldi-Fälle, gestern wieder zwei von Aldi Nord, zuletzt gehäuft aus der Aldi Süd Region Aichtal nahe Stuttgart. Dort ist anscheinend gerade mal wieder eine größere Reinigungsaktion im Gange. Mehrere Mitarbeiter wurden schon freigesetzt, mit anderen laufen derzeit Gespräche. Thomas M. zum Beispiel aus der Filiale Wendlingen erhielt am 15.03.2013 seine fristlose Kündigung, noch während er krankgeschrieben war. Aldi verbreitet das offenbar durch die Regionalverkaufsleiter an alle Kollegen. Ich frage mich, ob es wirklich so schwer ist, erst mit dem Betreffenden zu sprechen. Nun gut, ich habe ihm einen Anwalt vermittelt, der wird das regeln, obwohl mich die Märchenstunde namens Güteverhandlung auch reizen würde.

Demnächst wieder mehr!